"Das offene Boot" von Stephen Crane

Martin Heckmann und Florian Oberlechner (Akkordeon) - Lesung mit Musik

Vier Schiffbrüchige rudern auf hoher See in einem kleinen Beiboot um ihr Leben – der Koch, der Maschinist, ein Zeitungskorrespondent sowie der Kapitän des gesunkenen Schiffes. Zusammen trotzen sie über viele Stunden den tosenden Wellen, der zunehmenden Erschöpfung und aufkommenden Müdigkeit, bis schließlich das rettende Ufer nah zu sein scheint.

Keiner von ihnen hatte Augen für die Farbe des Himmels. Ihr Blick war auf die heranrollenden Wellen gerichtet. Die waren schiefergrau, bis auf die weiß schäumenden Kämme, und die Männer hatten nur Augen für die Farben der See. Der Horizont wurde enger und weiter, hob und senkte sich, und er war gezackt von Wellen, die wie spitze Felsen aufragten.

Stephen Crane schildert präzise und ungemein plastisch die existenzielle Auseinandersetzung des Menschen mit den Kräften der Natur. „Die Geschichte von den vier Männern im Rettungsboot scheint mir in ihrer tiefen, schlichten Menschlichkeit das Wesen des Lebens selbst zu veranschaulichen,“ schreibt hierzu Joseph Conrad. Berühmte Schriftsteller wie er, oder auch Ernest Hemingway und Henry James, verweisen immer wieder auf den literarischen Einfluss Cranes auf ihre eigenen Werke.

Crane, geboren 1871 in Newark, New Jersey, starb mit nur 28 Jahren an Tuberkulose. Er erkrankte vermutlich in der Folge eines selbst erlittenen Schiffsunglücks, dessen literarische Verarbeitung seinen Ruhm als Erzähler begründete.

Eintritt frei
Anmeldung erbeten, telefonisch unter 0421 / 36301-987 oder per E-Mail an kultur@arbeitnehmerkammer.de

Bild: Franz Schensky, Museum Helgoland

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